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Übergänge weise bewältigen

Oktober 12, 2022

Vom 9. bis 11. September fanden die Frauentage im Zentrum Artos in Interlaken statt. Zweiundzwanzig Frauen nahmen teil.

Madeleine Bähler, die Referentin, nimmt die Frauen während dieser Zeit mit ins Thema «Übergänge». «Madeleine hat uns alle auf Augenhöhe abgeholt und das schätze ich sehr», gibt eine Teilnehmerin als Rückmeldung. Behutsam geht Madeleine auf die drei Phasen der Übergänge ein.

⦁ Alte Strukturen: Wie kann das Beenden alter Strukturen gestaltet werden? «Respektvolles und würdiges Beenden ist eine Lebenskunst», so Kathrin Ley aus dem Buch «die Kunst des guten Beendens». Madeleine gibt Anregungen, Ideen und Möglichkeiten, wie dieses Beenden gestaltet werden kann.

⦁ Die Zwischenphase: Zwischen den Stühlen steht man/frau, wenn sich alte Lebensräume verabschieden und neue Lebensräume noch nicht erreicht sind. Diese Zwischenphase gilt es zu strukturieren. Die Spannung zwischen alt und noch nicht neu muss ausgehalten werden. Ambivalente Gefühle gehören dazu und dürfen sein. Diese Übergänge brauchen Zeit, einmal mehr, einmal weniger.

⦁ Einen neuen Anfang wagen: Gott ist mit uns in diesen Zwischenphasen. Er stärkt uns für das Neue, das kommt. Madeleine nimmt die biblische Geschichte vom Frühstück am See Tiberias (Joh.21). Jesus ist mit den Jüngern und stärkt sie. Sie macht Mut weiterzugehen, wenn sich neue Wege auftun, im Wissen, Gott ist mit uns.

Madeleine Bähler nimmt die biblische Geschichte vom Auszug aus Ägypten (2. Mose) als passendes Beispiel. In der Wüste befand sich das damalige Volk Israel auch in einem Übergang. Alte Strukturen aus Ägypten mussten würdig beendet werden. Das Neue, das verheissene Land, lag noch in weiter Ferne. In der Wüste dazwischen durfte das Volk Gottes Gegenwart immer wieder neu erleben. Das Volk war unsicher, verglorifizierte die Zeit in Ägypten und ihm fehlte oft die Orientierung. Die Gefühle zur alten und neuen Struktur waren ambivalent.

Wie das Volk Israel, so halten auch wir gerne an alten Strukturen fest. Besonders dann, wenn wir in einer Zwischenphase stecken. Madeleine ermutigt uns, diese Gefühle wahrzunehmen und die Zwischenphase aktiv zu gestalten.

Am Samstagnachmittag werden Workshops angeboten. Frau darf wählen zwischen:
einer Wanderung mit Ursula Heiniger der Aare entlang,
einer Schifffahrt auf dem türkisfarbenen Brienzersee,
einem kreativen Workshop mit Farben und Papier, geleitet von Christa Matter,
oder sich für sich selbst Zeit zu nehmen.

Eine Aufgabe, die allen Frauen gestellt wird, ist meditatives Fotografieren. Welche Sujets verbinden die Frauen mit Übergängen? Fleissig wird gemalt und fotografiert. Am Samstagabend werden die Bilder gezeigt. Daraus ergibt sich ein vielfältiger Strauss an Gedanken zum Thema Übergänge.

Die Frauen tauschen aus, lachen, singen, diskutieren, wandern, fahren mit dem Schiff, sind kreativ und geniessen das Miteinander.

Danke schön

Ein herzliches Dankeschön geht an die Organisatorinnen, Nicole, Hanni und Regula, sowie an Madeleine. Die Vorträge sind mit vielen Beispielen aufgelockert. «Danke, Madeleine, für das Teilen deines Fachwissens und wie du uns mit Humor und Leichtigkeit Mut gemacht hast und deine Lebensfreude mit viel Herz bei uns ankam», so eine Teilnehmerin.

Bei jedem Vortragsblock schauen die Frauen gespannt auf die Dekoration. «Ich ging jedes Mal gespannt in den Gruppenraum, um zu sehen, was sich an der Dekoration geändert hat. Ursula und Elisabeth haben mit der Dekoration ein Stück ihrer Geschichte mitgegeben», so eine andere Teilnehmerin. Vreni begleitet das Singen mit der Querflöte, was sehr schön und ruhig ist und dankbar angenommen wird. Kulinarisch verwöhnt das Zentrum Artos.

Da kann man/frau nur «vielen herzlichen Dank» sagen. Frau darf auf die nächsten Frauentage gespannt sein.

Monika Schär, EMK Thun

Bilder vom Frauentag